Aus dem TRIANELetter 02/2016:

Macht Euch mobil – und alles wird gut?!

In Händen, Hosentaschen und Aktentaschen sind sie allgegenwärtig: Smartphones und damit die Chance, immer und überall zu kommunizieren, Nachrichten  zu empfangen oder einzukaufen. Ein Trend, der bei Jung und Alt angekommen ist. Ein Trend, der längst in den Vertriebs- und Marketingabteilungen von Stadtwerken auf der Agenda steht. Muss also ein Stadtwerk, das zukünftig erfolgreich sein will, mobil denken? Ja, ja und ja.

Ja, denn der Trend ist unumkehrbar und wird sich fortsetzen. Es wird heute bereits mehr Zeit vor dem Smartphone verbracht als vor dem Fernseher.

Ja, denn auch das mobile Surfen liegt im Trend. Immer mehr Anwendungen wandern vom „klassischen Internet“ mit PC und Browser auf das Smartphone.

Ja, denn mobil bedeutet häufig auch lokal, wie eine Studie von Google zeigt. Sie bestätigt, dass vom Desktop aus überwiegend allgemeine Anfragen gestellt werden, die Mehrzahl der Mobil-Suchen aber einen lokalen Kontext hat.

Drei Fingerzeige, die von der Unternehmensstrategie nicht ignoriert werden können. Gerade weil Energieversorger mit dem Commodity-Problem kämpfen und ihre Produkte gemeinhin als „No-interest“-Produkte gelten, können sie in der Verbindung mit ihrer lokalen Verwurzelung das Smartphone als ganzjährigen Kommunikationskanal zu ihren Kunden einsetzen. Und damit länger nicht nur mit der Jahresabrechnung Präsenz zeigen und sich ansonsten hinter einer passiven Strategie verstecken – die darauf hofft, dass die Gleichung „wenig Aufmerksamkeit erregen = wenig Kunden verlieren“ immerwährend aufgeht.

Doch mit welcher mobilen Strategie geht man nun zu (Stadt)werke? Einer App, die ausschließlich energiewirtschaftliche Themen und Serviceprozesse beinhaltet? Oder einer vertriebsorientierten mobilen Kommunikation von Themen wie Smart Home, PV oder anderen Energiedienstleistungen? Oder doch einer rein auf lokalen Servicethemen und news-to-use – auch fern der Energiewirtschaft – ausgerichteten Anwendung?

Die Antwort muss individuell für jedes Stadtwerk gefunden werden. Klar aber scheint, dass sich kein Versorger im heutigen überregionalen Wettbewerb ein „Verharren in der Passivität“ mehr leisten kann. Eine aktive Strategie ist gefragt, die auf zwei großen Stärken der regionalen Energieversorger aufbaut: ihrer lokalen Bekanntheit und Verankerung. Stadtwerke haben für die Menschen in der Region einen besonderen Stellenwert: Sie unterhalten zu einem Großteil der lokalen Privathaushalte und Gewerbetreibenden eine historische Geschäftsbeziehung, unterstützen Vereine und sind eng mit der Stadt vernetzt. Diese Bekanntheit – in Kombination mit der hohen Glaubwürdigkeit und dem Vertrauen in die Marke“Stadtwerk“ – erlaubt einen unmittelbaren Kundenzugang bei neuen Produkten.

Aber wie lange gilt das noch? Mit welchem Ansatz sucht ein Stadtwerk über das Smartphone den Austausch mit seinen Kunden, obwohl für diese die eigentlichen Energiethemen eher uninteressant sind? Eine Antwort lautet: Lokalität. Der typische Kunde bewegt sich in seinem lokalen Umfeld. Er frühstückt eben nicht morgens in Paris, luncht in London und kommt erst abends heim an seinen Wohnort. Dies bedeutet, dass lokale Informationen für ihn einen großen Wert besitzen. Fragen wie „Wo kann ich abends essen gehen?“, „Hat der Schuster noch geöffnet?“ oder „Welches Theaterstück wird am Wochenende gespielt?“ sind für ihn relevant.

Aber – Einwand – diese Antworten liefern doch Google, Yelp und Co.!? Ist das wirklich so? Mit wie vielen Mitarbeitern sammeln bekannte Recherche-Services wie Google eigentlich Informationen bei Ihnen vor Ort ein? Im Vergleich dazu hat selbst ein Stadtwerk in einer deutschen Kleinstadt verhältnismäßig viele Mitarbeiter, die mit hervorragenden Ortskenntnissen punkten können. Das heißt: Einen klaren Willen vorausgesetzt, spricht viel dafür, dass das Stadtwerk mit der nötigen Unterstützung und dem richtigen Ansatz das beste lokale Angebot bieten kann.

Nehmen wir an, es gäbe nun ein lokales, aktuelles, gut gepflegtes und viel besuchtes Angebot mit städtischen Informationen, das regelmäßig genutzt wird. Wie kann das Stadtwerk davon profitieren? Fakt ist: Ein häufig frequentierter Kommunikationskanal mit entsprechender Reichweite hat enormen Wert, beispielsweise für die Gewerbetreibenden vor Ort. Wenn das Smartphone der Kommunikationskanal wird, wo sollen der Metzger oder der Friseur sonst werben? Wo soll die Kneipe seine Veranstaltungshinweise einstellen? Es liegt nahe, dass die Werbung in diesem Portal Geld kosten kann. Oder man muss zugleich Kunde des Stadtwerks sein, um überhaupt werben zu dürfen. Aus Lokalität ist mittlerweile ein eigenständiges Geschäftsmodell geworden.

Natürlich kann das Stadtwerk diesen Kanal auch selbst nutzen – und profitiert von einem Mehr an Effizienz: Über die App kann ein Solardach nicht nur hocheffizient beworben, sondern auch gleich spielerisch durch den Kunden selbst konfiguriert werden, um so Vertriebsaufwand zu sparen. Was für ein Solardach funktioniert, gilt natürlich in gleichem Maße für alle anderen zukünftigen EDL-Produkte, wie beispielsweise Smart Home-Komponenten.

Fazit: Wer eine aktive Strategie verfolgt, kommt heutzutage um das Thema Smartphone nicht herum. Und gerade in Zeiten sinkender Margen ist der Gedanke, aus Lokalität ein Geschäftsmodell zu entwickeln, vielleicht nicht ganz uninteressant.

 

Mobil kommunizieren mit Stadtwerke-Kunden

Der Wettbewerb um den Kunden findet zunehmend im Internet statt und die Internetnutzung erfolgt immer stärker durch mobile Endgeräte. Mit der App „stappy“ stellt Trianel gemeinsam mit der endios GmbH Stadtwerken eine interessante und einfach zu integrierende App zur Verfügung: ein Instrument für Stadtwerke, den Kanal Smartphone als umfangreichen Kommunikations- und Interaktionskanal mit den Kunden zu nutzen.

Im Fokus der App als Vertriebskanal steht dabei die Interaktion mit der von Triangel entwickelten IT-Plattform T-PED (Trianel Plattform für Energiedienstleistungen). Alle Nutzer von T-PED haben Zugriff auf ein modernes Vertriebsmodul mit Kalkulation- und Feedbackfunktionen für ihre Internetseiten – den Anfang macht das EnergieDach. Durch die Integration eines (PV-)Rechners kann der Produktvertrieb direkt über die App stattfinden: Die Kunden können an der Erstellung des Angebots aktiv mitwirken, womit Vertriebskosten gesenkt werden. Durch die Zusammenarbeit mit endios wird die Endkundenkommunikation über T-PED kompatibler für mobile Endgeräte und um weitere Funktionen erweitert.