Abgetaucht in die virtuelle Welt!

Im Frühling 2016 erschien die erste käufliche Verbraucher-Version der Oculus Rift und nach langer Wartezeit wurden die ersten Exemplare ausgeliefert. Auch wir von endios haben uns eine der High End-Virtual-Reality-Brillen zugelegt.

Die Oculus Rift gilt als Pionier der virtuellen Realität, sie hat eine vierjährige Geschichte. So lange ist es her, dass der erste Prototyp entworfen wurde und bereits damals erregte das Projekt einige Aufmerksamkeit. Virtuelle Realität selbst, kurz VR, ist jedoch schon viel länger ein Traum der Menschheit. Bereits Mitte der 90er Jahre kam das Thema in den Massenmedien hoch, doch erstarb der Trend wieder. Dieses Mal scheint VR zu bleiben, die Technik wird immer ausgereifter und mittlerweile sind käufliche VR-Brillen auf dem Markt, darunter auch die Oculus Rift.

 

Das Paket kommt in einer schlichten weißen Verpackung im endios-Büro an. Neben der VR-Brille sind noch ein Headtracking-Sensor, ein Xbox-One-Controller, eine Fernbedienung sowie nötige Kabel enthalten. Alles wird im Büro in Hamburg an den eigens gekauften Gamer-PC angeschlossen. Ein normaler Computer reicht für die Oculus nicht, die VR-Technik benötigt viel Rechenleistung, Speicher und eine gute Graphikkarte.

Ist alles eingerichtet, kann es auch schon losgehen. Die Brille wird aufgesetzt und passt sich mit den Haltebändern der Kopfform an. Neben Filmen ist virtuelle Realität insbesondere für Spiele interessant: Einmal selbst im Raumschiff sitzen und eine wilde Verfolgungsjagd fliegen, einmal in die Tiefen des Meeres tauchen oder eine vollkommen fremdartige Fantasiewelt erkunden… virtuelle Realität macht es möglich. Setzt man die Brille auf, wird das gesamte Blickfeld ersetzt und man befindet sich schlagartig in einer anderen, computergenerierten Welt. Bewegt man den Kopf, kann in alle Richtungen die Umgebung betrachtet werden. Der Headtracking-Sensor erfasst die Kopf- und Körperbewegungen und erlaubt es auch, vor dem Computer hin- und herzugehen. Auf diese Weise kann der Benutzer beispielsweise direkt an den Rand einer Klippe treten und viele tausend Meter in die Tiefe schauen – das ist definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst. Gut, dass man sich in Wirklichkeit immer noch im sicheren Büro befindet.

Virtuelle Realität als Spielerei und zur Unterhaltung – schön und gut. Aber wie groß ist das Potential von virtueller Realität wirklich?

Um es kurz zu machen: groß. Auch die Energiewirtschaft kann dieses Potential nutzen. Virtuelle Realität eignet sich beispielsweise sehr gut, um Produkte gekonnt in Szene zu setzen. Zeigen Sie Ihren Kunden, während diese gemütlich auf dem Sofa sitzen, wie eine Photovoltaik-Anlage auf ihrem Dach aussehen würde. Visualisieren Sie die Funktionsweise der Smart Home-Technologie so anschaulich, dass Ihre Kunden sich alles genau vorstellen können. Ein weiterer Vorteil von virtueller Realität: Distanz verliert ihre Bedeutung. Wie wäre es mit einer virtuellen Führung durch das Heizkraftwerk? Der Rundgang wird sich so realistisch anfühlen, dass Ihre Kunden das Gefühl haben werden, tatsächlich vor Ort zu sein. Selbst wenn sich das Heizkraftwerk am anderen Ende der Welt befände, ist eine virtuelle Führung unkompliziert möglich – und das sogar mit weniger Aufwand und Kosten.

Und auch innerhalb des Unternehmens kann virtuelle Realität sinnvoll genutzt werden. Gerade bei zukünftigen Vorhaben schafft sie eine gemeinsame Diskussionsgrundlage, stellt sicher, dass alle Mitarbeiter ein ähnliches Bild vor Augen haben und erhöht die Produktivität. Ist vielleicht ein neuer Windpark geplant? Virtuelle Realität kann bei der Planung sehr hilfreich sein, Energieversorgern und anderen Beteiligten einen besseren Eindruck geben als zuvor und dadurch Bedenken zerstreuen. Die Veranschaulichung hilft dabei, bereits frühzeitig Probleme zu erkennen, Fehler zu vermeiden und damit Zeit und Kosten zu sparen.

Ob virtuelle Realität Potential hat? Wir beantworten diese Frage mit einem klaren Ja. Die Grenze der Möglichkeiten ist unsere Vorstellung. Allerdings muss man auch bedenken, dass die Technologie gerade erst am Anfang steht. Bis zum tatsächlichen Durchbruch des Internets sind gut 20 Jahre vergangen. Auch die virtuelle Realität wird eine Weile brauchen, ehe sie sich etabliert hat und anwendungsfähig ist. Nichtsdestotrotz… Die Technologie steht in den Startlöchern und sie hat Potential. Die Zukunft lässt hier einiges erwarten.